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31. August 2010, von Nicole

Abschied vom Alpsommer

Von Heidiromantik weit entfernt – Teil 3 (von Nicole Hosp)

Während den letzten Wochen hält der Herbst immer mehr Einzug auf Alp Tannisboden. Regen, Kälte und Schneegraupelschauer wollen oft nicht enden und bald heisst es wohl Abschied nehmen vom Alpsommer.

Für mich bedeutet das, mit einem riesengrossen Rucksack von Eindrücken, neuen Erfahrungen und Erinnerungen in meine Heimat nach Lauchringen (Südschwarzwald) zurückzukehren. Sicherlich hatte ich mir vor meiner Abreise auf die Alp Gedanken darüber gemacht, dass die Arbeit hier nicht einfach sein wird; Bin ich ganz ehrlich, muss ich jetzt sagen, dass ich vieles unterschätzt habe und dass man das Leben und die Arbeit von Aelplern erst dann so richtig nachempfinden kann, wenn man einen Alpsommer selbst durchlebt hat.

Wie nah da Freud und Leid beieinander liegen, ist mir erst die letzten Tage einmal mehr vor Augen geführt worden. Da war zunächst die grosse Freude über die Geburt eines Kälbchens, das dann leider in der Nacht gestorben ist. Zwei Tage später wurde ein einjähriges Kalb in einer Gewitternacht vom Blitz erschlagen und lag am anderen Morgen tot auf der Weide. Uns alle hat das sehr berührt; Mal ganz abgesehen von dieser traurigen Erfahrung, bedeutet dies für den Aelpler auch einen finanziellen Verlust. Da war die Erfahrung, dass ein Feierabend jäh unterbrochen wurde, weil ein Kalb sich viel zu weit in schwindelnde Höhen begeben hatte und ein Absturz zu befürchten war. Ohne viele Worte machte sich Ueli bei strömendem Regen auf den Weg, um nach steilem und gefährlichen Auf- und Abstieg, das Kalb wieder sicher nach unten in den Stall zu bringen.

Für mich war es ein Alpsommer, in dem ich viel neues dazugelernt habe. Es war ein Alpsommer, in dem ich – zumindest anfänglich – an meine Grenzen gestossen bin. Mich wieder zu fangen und neue Kraft zu schöpfen, verdanke ich all den netten Menschen, die ich hier auf der der Alp kennenlernen durfte, meinem Mann und meinen Kindern, den Freunden und Bekannten, die mich hier auf Tannisboden besuchten, oder mir schriftlich Mut und Ansporn gaben.

Jetzt, nachdem ich den grössten Teil meiner Alpzeit durchlebt habe, halte ich Durchaltevermögen, Teamfähigkeit, Anpassungsvermögen, Pflichtbewusstsein, eine gute körperliche und psychische Konstitution sowie positives Denken für die wichtigsten Werte, die man für das Arbeiten und Leben auf der Alp mitbringen sollte.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Esther und Ueli bedanken, die mir den Einblick vom Leben auf ihrer Alp ermöglicht haben. Für mich war das eine Zeit, die ich nie vergessen werde.

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24. August 2010, von Sennerin

Seelenbalsam – Alphornklänge

Am Samstag besuchten uns die Alphornbläser und Fahnenschwinger Küssnacht am Rigi. Es war ein gemütlicher, urchiger Nachmittag mit der lustigen Gästeschar aus der Innerschweiz. Immer wieder wurden im Duett, Terzett oder in der Gruppe wunderschöne, exakte Töne geblasen. Die zwei Jünglinge  hatten natürlich auch das Schwyzerörgeli dabei, welches sie mit lüpfiger Musik zum Ertönen brachten.


HERZLICHEN DANK FÜR ALL DIE WUNDERSCHÖNEN DARBIETUNGEN!


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23. August 2010, von Sennerin

Mein Wochenende – Bericht von Bruno Eggimann

Ich habe gerade ein sehr strenges Wochenende hinter mir, respektive, alle die hier auf der Alp mitarbeiten!

Mein Chef Ueli ging nämlich ans Eidgenössische Schwingfest, somit fehlte eine wichtige Arbeitskraft. Ausgerechnet an diesem Wochenende war das Wetter wieder mal schön; Toll! Somit nutzten wir die Chance für die Futterernte im Talbetrieb. Dies war meine Aufgabe:

Samstags ging ich nach den morgentlichen Stallarbeiten und der Käsepflege ins Tal, um das Futter zu bearbeiten. Ich freute mich, dies zu machen, denn so durfte ich viel mit den Maschinen fahren. So um 21.00 Uhr, nachdem die Siloballen gepresst waren, kam ich wieder auf die Alp zurück.

Es war ein strenger, aber guter Tag!

Die Frauen und Markus, der bei uns im Landdienst ist, hatten im Beizli auch alle Hände voll zu tun. An diesem Abend erledigten Esther und Markus die Stallarbeiten.

Wir waren schon müde und gingen noch kurz für einen Drink in den Ausgang ins Tal.  Als wir nach Hause kamen, konnten wir im Stall noch eine Geburt feiern. Doch die Freude war bei mir am Sonntagmorgen ziemlich rasch vorbei. Das Kalb lag tot in seinem Krummen auf dem Stroh.

Das beschäftigte mich den ganzen Tag. „Das isch äbe puuret“, sagte Esther zu mir, „Fröid u Leid sy nach binang“

Anmerkung: Bruno Eggiman ist während den Sommermonaten 2010 bei uns angestellt und arbeitet  sowohl auf  dem Alp- wie auch auf dem Talbetrieb mit.