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29. Juli 2010, von Nicole

K E I N Tag wie der andere…

Fortsetzung von „Heidiromatik weit entfernt“… von Nicole Hosp

Mittlerweile bin ich zwei Monate auf Alp Tannisboden und täglich kommen immer noch neue Eindrücke hinzu. Das Leben auf der Alp verlangt dem Alpteam grosse Flexibilität ab, denn ständig muss man sich auf neue Situationen einstellen. Dies hat meist die Änderung eines Tagesablaufs zur Folge.

In den letzten Wochen musste das Heu und mittlerweile auch das Emd (zweiter Grasschnitt) eingebracht werden. Für Ueli eine grosse Doppelbelastung, da diese Arbeit meist im Talbetrieb erledigt werden muss und ein Hin und Her zwischen Alp und Tal – zwischen Stallarbeit, Käsen, Beschütten (Jauchen); Zaunen und vielen vielen anderen Arbeiten zu leisten ist. Da ist ein 18 Stunden Tag die Regel.

Für das restliche Alpteam gilt es dann, die Ausführung der anfallenden Arbeiten neu zu organisieren und einzuteilen. Absolute Verlässlichkeit ist unumgänglich. Nach einer Schönwetterperiode, in der dann das Wasser aus der Quelle knapp wurde und wir mit dem kostbaren Nass sparen mussten, folgte Dauerregen und deutlicher Temperaturrückgang. Der Einsatz der wärmenden PET-Flaschen, die ich bereits in meinem Bericht Teil 1 erwähnte, kamen wieder zum Einsatz.

In der Käserei konnte ich die letzten Wochen das Herstellen von Alp-Mutsch, Alpkäse, Raclette und Geissenkäse mitverfolgen. Nie hätte ich vorher gedacht, wie viele Arbeitsgänge erforderlich sind, bis der wertvolle Alpkäse auf dem Teller des Verbrauchers liegt. In Zukunft werde ich wohl den Alpkäse mehr mit Verstand geniessen. Mich erstaunt es täglich aufs Neue, mit welcher Hingabe das Kupferkessi – trotz der vielen Arbeit – nach jedem Käsen geputzt wird. Es muss wohl der Stolz eines jeden Käsers sein, den Milchkessel blitzblank glänzend für den nächsten Tag zu rüsten. Mal ganz abgesehen davon, dass in der Käserei die Sauberkeit und Hygiene oberstes Gebot sind. Täglich werden ca. an die 200 l heisses Wasser dafür benötigt.

Bei schönem Wetter ist – hauptsächlich – an den Wochenenden, sehr viel Betrieb im Alpbeizli, welches zur Alp Tannisboden gehört. Auch hier sind wir als Alpteam sehr gefordert, die vielen Gäste mit Speis und Trank zu verwöhnen. Ein Gespräch mit den Gästen liegt uns sehr am Herzen, denn wir wollen, dass sich die Gäste bei uns wohl fühlen und nicht der Eindruck einer Massenabfertigung entsteht. Es wäre gelogen, wenn man behaupten würde, das sei nicht anstrengend. Dennoch ist für mich gerade die Begegnung mit so vielen netten und verschiedenen Menschen eine persönliche Bereicherung, die ich nicht missen möchte und die mir Freude bereitet.

Was mich bis Ende September noch alles auf  Alp Tannisboden erwartet, weiss ich nicht, aber la n g w e i l i g wird es bestimmt nicht werden.

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28. Juli 2010, von Sennerin

Berner Alpkäse AOC entsteht – Teil 1

Eigentlich beginnt das Käsen mit dem am Vorabend gewonnen Rohstoff d.h. mit dem Melken. Die Milch wird abgekühlt, in die vorbereiteten Gebsen im Milchgaden abgefüllt und dort bis am Morgen gelagert.

Über Nacht rahmt die Milch auf. Am Morgen wird diese mit einer Lochkelle abgerahmt.


Anschliessend wird die abgerahmte Milch aus den Gebsen ins Kessi geschüttet und sorgfältig über dem Holzfeuer aufgewärmt.

Wenn die gewünschte Temperatur erreicht ist, wird das Kessi vom Feuer weggezogen. Die notwendige Bakterienkultur “Alpkäse” wird beigegeben, damit diese in der warmen Milch reifen kann.

Parallel werden im Stall diverse Arbeiten verrichtet:

- Milchgeschirr vorbereiten

- auf dem Kuhläger und bei den Kälbern einstreuen

- Ziegen und Kühe eintreiben, anbinden und melken

Nach dem Melken kommt die Morgenmilch ins Kessi. Wenn die Kessimilch die richtige Temperatur hat, wird das Lab beigegeben. Nach ca. 30 Minuten ist die Milch geronnen. Die Gallerte / Dickete hat jetzt eine Konsistenz, die mit Naturjoghurt vergleichbar ist.

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20. Juli 2010, von Sennerin

Alpkäse

So, im nächsten Bericht erzähle ich Euch, werte Blogleser, wie einzigartiger Berner Alpkäse entsteht!

Käsekeller Alp Tannisboden